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LEHREN AUS DER FINANZKRISE

Autor: Rainer Sommer

Verfügt ein Staat über eine eigene Währung, kann das Bankensystem immer gerettet und die Regierungen nie zahlungsunfähig werden

Eine Welt, in der die öffentliche Verschuldung der OECD-Staaten in Friedenszeiten im Schnitt bald 90 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht, die private Verschuldung so hoch ist wie nie zuvor und Banken mit Summen gerettet werden, die überwiegend zweistellige Anteile der jeweiligen Sozialprodukte erreichen, ist historisch offenbar einzigartig.

Folglich fußen auch die Rezepte, die die traditionelle Wirtschaftswissenschaft zur Lösung dieser Probleme bereitstellt, zwangsläufig mehr auf analytischen Theorien als auf empirischen Erfahrungen. Besonders die traditionelle ökonomische Theorie, die zudem die monetären Verhältnisse ausblendet, und für die für den Staat in Hinsicht auf die Haushaltsführung im Grunde dieselben Regeln gelten wie für jedes andere Wirtschaftssubjekt, entspricht dabei offenbar längst nicht mehr den realen Gegebenheiten. Insofern verwundert, warum sie als Ratgeber der Wirtschaftspolitik noch immer nicht ausgedient und von realitätsnäheren Ansätzen wie den „Modern Monetary Economics“ abgelöst wird.

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IRLAND UND PORTUGAL BRAUCHEN VIELLEICHT BALD DEN EU-RETTUNGSSCHIRM

Für Irland und Portugal wird es immer schwieriger, Kredite am Kapitalmarkt zu bekommen. Bald dürfte der 750-Milliarden-Rettungsschirm gefragt sein.

Deutschlands Stärke entwickelt sich zum Problem für die Eurozone: Während die hiesige Wirtschaft dank boomender Exporte brummt, tritt das Gros der übrigen Länder wirtschaftlich auf der Stelle: Das verstärkt die ohnehin vorhandenen Fliehkräfte in der Währungsgemeinschaft.

Die überwunden geglaubte Krise holt die Europäer ein. Und das wiederum bedeutet: die Gefahr steigt, dass der 750 Mrd. Euro umfassende Rettungsschirm von EU und IWF in Anspruch genommen wird. Auf paradoxe Weise könnte ihre boomende Wirtschaft die Bundesbürger noch teuer zu stehen kommen.

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