SCANNER AUS „MINORITY REPORT“ WERDEN WIRKLICHKEIT

Iris-Kameras werden an der Grenze zwischen Texas und Mexiko getestet: Die Augen von Vorbeigehenden lassen sich aus zwei Meter Distanz einscannen.

Steven Spielbergs Film „Minority Report“ aus dem Jahr 2002 beeindruckte nicht zuletzt durch die Darstellung einer Technologie, die seinerzeit noch als Science fiction galt: der Iris-Scan.

Dabei wird das bei jedem Menschen einzigartige Muster der Augeniris optisch eingescannt und zur Identifizierung von Individuen herangezogen. Zwar sind mittlerweile Iris-Scanner bereits kommerziell erhältlich – um sie zum Beispiel für Zugangskontrollen zu Hochsicherheitsbereichen einzusetzen. Doch erstmals soll diese Technologie – weiter verbessert – an einer Grenzkontrollstation eingesetzt werden.

Die US-Heimatschutzbehörde plant, Scanner der New Yorker Firma Global Rainmakers zwei Wochen lang in McAllen an der texanisch-mexikanischen Grenze zu testen. Dabei handelt es sich um eine neue Generation von Scannern, die Aufnahmen der Iris aus einer Distanz von bis zu zwei Metern machen können. Bisherige Systeme funktionierten nur bei einem Abstand von einigen Zentimetern und erforderten ein kooperatives Verhalten der zu scannenden Person.

Die neuen Detektoren sollen die Augen von Menschen sogar im Vorbeigehen registrieren können – selbst dann, wenn sie joggen. Die Iris wird mit einer unsichtbaren Infrarotstrahlung angeleuchtet und das reflektierte Muster von einer hochauflösenden Spezialkamera registriert. Nach Angaben der Herstellerfirma werden dabei mehr als 2000 Bildpunkte gespeichert. So werde eine Genauigkeit erreicht, die eine sichere Unterscheidung aller Erdenbürger ermögliche.

Bei dem nächsten Monat beginnenden Test in McAllen soll die Iris von illegalen Einwanderern aus Mexiko erfasst werden. Bislang schon werden von diesem Personen Fingerabdrücke genommen und Aufnahmen des Gesichts gemacht. „Der Test wird uns helfen zu erkennen, wie brauchbar diese Methode für künftige Anwendungen ist“, sagte Projektleiter Arun Vermury von der Heimatschutzbehörde der Zeitung „USA today“.

Erfahrungen gibt es bereits aus früheren Tests. Ab 2007 scannte das US-Militär tausende suspekte Iraker, um sie besser verfolgen und identifizieren zu können. Vielflieger konnten sich in den Jahren 2005 bis 2008 freiwillig an einem Iris-Scan-Programm beteiligen, das ihnen Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle ersparte.

Bereits vor einem Monat hatte Global Rainmakers ihre neuen Scanner auch an die mexikanische Stadt Leon geliefert. Ein Manager der Firma wird in US-Medien mit den Worten zitiert, Leon „zur sichersten Stadt der Welt“ machen zu wollen. Ob ein Zusammenhang zwischen den Projekten in Leon und Mcallen besteht, ist unklar.

Kritiker warnen bereits vor einer umfassenden Verbreitung der neuen Technologie. Die American Civil Liberties Union fürchtet „den großen Bruder“, der Menschen auf Schritt und Tritt überwachen könnte – so wie in Spielbergs Film dargestellt. Ein wichtiger Unterschied zur Indentifikation per Fingerabdruck besteht insbesondere darin, dass Iris-Scans ohne Wissen des Betroffenen aufgenommen werden können. An keinem Ort wären Menschen sicher, nicht von einem Scanner aufgespürt zu werden.

Selbst in einem integeren Staat könnte die Technik von Kriminellen missbraucht werden. Denn es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis man Iris-Scanner im Elektronik-Laden an der Ecke kaufen kann.

Quelle: welt-online

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