SCHEINHEILIGES SPIEL VON FOX-NEWS

Der Murdoch-Sender greift im Kampf gegen den Moscheebau in der Nähe des 9/11-Tatorts den „arabischen Warren Buffett“ an, verschweigt aber, dass dieser der zweitgrößte Anteilseigner der News Corporation ist

In der letzten Woche griffen die nun bei Rupert Murdochs Nachrichtensender Fox News beschäftigten ehemaligen Bush-Pressesprecher Dan Senor und Dana Perino in der Sendung Fox and Friends den Saudi-Prinzen Walid bin Talal an. Aktueller Anlass dafür war der geplante Bau eines islamischen Kulturzentrums in der Nähe des 9/11-Tatorts. Er wird vom Imam Feisal Abdul Rauf betreut, der (so legte Senor seinem Publikum nahe) dafür Geld von einer Stiftung nahm, die wiederum von einem Mann mit Verbindungen zu Islamisten gegründet worden sei.

Zwar nannte der Moderator keinen Namen, erwähnte aber, dass es sich um den „Kerl“ handelt, „der versuchte, Rudy Giuliani nach den Anschlägen vom 11. September 10 Millionen Dollar zu geben, die zurückgeschickt wurden“, was eindeutig auf bin Talal verweist, dessen Geschenk der New Yorker Bürgermeister deshalb abwies, weil der Saudi-Prinz öffentlich eine Änderung der amerikanischen Nahostpolitik als Konsequenz aus dem Attentat gefordert hatte. Dieser „Kerl“, so Senor, finanziere überall auf der Welt radikale Koranschulen.

Unerwähnt blieb in der Sendung, dass der angegriffene Imam Feisal Abdul Rauf, dem auch andere Fox-Kommentatoren wie Eric Bolling Verbindungen mit „dubiosen Figuren“ vorwerfen, ein Gewächs der Bush-Administration ist, die ihn zur Förderung religiöser Toleranz anheuerte. Und ebenfalls verschwiegen wurde, wohin bin Talal sein Geld noch steckt: Der – so die New York Times – „arabische Warren Buffett“ war lange Zeit größter Einzelaktionär der Citigroup und ist derzeit mit sieben Prozent gleich nach Murdoch der größte Anteilseigner der News Corporation – jener Firma, der Fox News gehört. Darüber hinaus gehört ihm die Mehrheit am arabischen Medienkonzern Rotana, in dem die News Corporation viel Geld investiert hat und 9 Prozent der Anteile halt. Rotana betreibt 11 Fernsehstationen, in denen viele Fox-Produktionen gesendet werden.

Fragen dazu möchten weder der Murdoch-Konzern noch bin Talals Kingdom Holding beantworten. Dafür schlussfolgerte der Fernsehkomiker Jon Stewart anhand dieser finanziellen Verbindungen in seiner Daily Show, dass Moscheegegner dem Bau der Ground-Zero-Moschee am besten dadurch entgegenwirken können, dass sie Fox-Fernsehkanäle nicht mehr einschalten und auf diese Weise nacheinander die Quoten des Senders, die Werbeerlöse und die Ausschüttungen an die Teilhaber verringern.

Quelle: heise

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