NEUE HITZETHERAPIE GEGEN KREBS

Forscher entdecken neue Therapie gegen Krebs: Die Thermotherapie mit Nanopartikeln.

Berlin – Andreas Jordan hält mit einer Pinzette eine Fünf-Cent-Münze in die Einkerbung eines kleinen braunen Kastens auf seinem Schreibtisch. An den beiden Rändern der Einkerbung befinden sich Spulen, die ein Wechselmagnetfeld induzieren können, das seine Polarität bis zu 100 000 Mal in der Sekunde wechseln kann. Kaum ist das Gerät eingeschaltet, fängt die Münze an, orange-rot zu glühen. Jordan lässt die glühende Münze in eine Glasschale mit Wasser gleiten, wo sie sich unter Zischen schwarz färbt. So ähnlich wie dieser Münze rückt Jordan auch Krebsgeschwüren zu Leibe und kann sie mit der Methode sogar zerstören.

Bislang ruhte die Krebstherapie vor allem auf drei Säulen: Operieren, Bestrahlen und Chemotherapie. Jetzt dürfte als vierte Option die „Thermotherapie mit Nanopartikeln“ hinzukommen. „Das Prinzip ähnelt dem mit der Münze“, sagt Jordan: „Bei der Behandlung wird feinster Eisenoxidstaub in bösartige Geschwülste injiziert und in einem Wechselmagnetfeld erhitzt. Die Tumorzellen werden dabei richtiggehend gekocht: Sie platzen oder werden stark geschwächt.“ Der Trick an der Methode: Mit dieser Technik ist der Arzt in der Lage, den Tumor von innen heraus zu bekämpfen. Die Nanoteilchen wandern auch nicht aus dem Tumor heraus, weil sie in einer Hülle aus Aminosilanen stecken, die die Partikel nach ihrem Erhitzen im Tumor verklumpen lassen.

Die Methode zu entwickeln hat Jahrzehnte gedauert. Jetzt endlich konnte eine Studie bei Patienten mit einem wiederauftretenden Gehirntumor – dem sogenannten Glioblastom-Rezidiv – erfolgreich abgeschlossen werden. Ende Juni wurde die Thermotherapie nun zugelassen. Dabei wurden Patienten behandelt, die weder Operation noch Bestrahlung und Chemotherapie heilen konnten. Viele der als nicht therapierbar eingestuften Patienten leben noch jetzt, ein bis zwei Jahre nach der Thermobehandlung. Insgesamt überlebten die Patienten 13,4 Monate länger als eine nicht mit der Thermotherapie behandelte Kontrollgruppe. „Wenn der Tumor noch nicht gestreut hat, schlägt die Therapie teilweise verblüffend gut an“, sagt der Leiter der Studie, Professor Klaus Maier-Hauff von der Neurochirurgischen Klinik des Bundeswehrkrankenhauses Berlin.

Die minimalinvasive Nanokrebstherapie bietet sich nicht nur für Hirntumoren an. Auch bei Prostatakrebs beurteilt Professor Peter Wust von der Klinik für Strahlenheilkunde am Virchow-Klinikum der Charité Berlin die Versuche seiner derzeitigen Studie als äußerst vielversprechend. „So kann die Nanotherapie vor allem bei Patienten eingesetzt werden, bei denen die herkömmlichen Therapieverfahren keine befriedigenden Ergebnisse liefern“, sagt Wust. Zudem seien bisher keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten. In Zukunft soll die Therapie auch für die Behandlung von Speiseröhren-, Brust-, Leber-, und Gebärmutterhalskrebs geprüft werden.

Quelle: weltOnline

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Eine Antwort zu “NEUE HITZETHERAPIE GEGEN KREBS

  1. Wie unterscheiden die Nanopartikel zwischen Tumor und gesundem Gewebe? Wenn das bei der Injektion geschieht, kann man de Tumor doch auch gleich chirurgisch entfernen..

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