SCHLAMMVULKANE AUF DEM MARS KÖNNTEN HINWEIS AUF LEBEN SEIN

Houston/ USA – Auf dem Mars gibt es geologische Strukturen, die Forscher für das einstige Schlammvulkane halten. Genau hier, vermuten sie, dass die Chance Spuren von einstigem oder sogar derzeitigem Leben auf dem Roten Planeten zu finden besonders hoch sind.

Im Süden der nördlich des Marsäquators gelegenen Mars-Region „Acidalia Planitia“ sind die Wissenschaftler um Dorothy Oehler vom „Johnson Space Center“ der NASA mit Hilfe von Aufnahmen der NASA-Sonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ (MRO) auf mehr als 18.000 kreisförmige Hügelstrukturen gestoßen, von welchen 4.000 das Ergebnis von Schlammvulkanen zu sein scheinen. Ihre Forschungsergebnisse haben sie in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Icarus“ veröffentlicht.

Schlammvulkan Mars

Einstige Schlammvulkane im Süden der Marsregion Acidalia Planitia. Bild: NASA

Die Größe der Strukturen schwankt zwischen 20 und 500 Metern Durchmesser. Die Forscher vergleichen die Merkmale dieser Hügel mit jenen bekannter Schlammvulkane auf der Erde, wie man sie beispielsweise in Qaraqus-Dagi in Aserbaidschan finden kann (s. Abb.). Aus ihnen treten schlammige Sedimente aus dem tiefen Untergrund hervor und ergießen sich über die Oberfläche, wo sie charakteristische Formen annehmen. Zumindest auf der Erde beinhaltet dieses Material oft organische Materialien, die – sollten sie auch auf dem Mars nachzuweisen sein – als Biomarker und somit als Hinweise auf mögliches Leben auf dem Mars dienen können.

Schlammvulkan Aserbajdschan

Satellitenaufnahme Schlammvulkane in Aserbajdschan. Bild: Google

„Sollte es einst Leben auf dem Mars gegeben haben oder immer noch geben, so hat sich dieses wahrscheinlich in einem eher feuchten und flüssigen Umfeld gebildet“, so Oehler. „Schlammvulkane sind ein Hinweis auf eine solche Umgebung und transportieren Material aus relativ tiefen Teilen des Untergrunds an die Oberfläche, zu dem wir an anderen Orten nur schwerlich Zugang fänden.“

Neben den Satellitenaufnahmen der Region nutzten die Forscher auch Spektralanalysen, um Informationen über die Zusammensetzung Mineralogie der Schlammvulkan-artigen Hügel zu erhalten.

Aufgrund dieser Einschätzung glauben die Wissenschaftler nun nachweisen zu können, dass es sich bei den Strukturen tatsächlich um Schlammvulkane handelt und die Formen nicht durch andere geologische Prozesse wie Einschlagsereignisse, periodisch schmelzende Eishügel, Verdunstung oder Lava erklärt werden können.

„Sollte es einst Leben im Untergrund des Mars gegeben haben, so sollten die Schlammvulkane Hinwiese darauf an Ort und Stelle an die Oberfläche gefördert haben“, so Koautor Kenneth Tanaka, vom „Astrogeology Science Center“ der „U.S. Geological Survey“

Untersuchungen wie diese sollen dabei helfen, die bestmöglichen Landeorte für zukünftige Marsmissionen ausfindig zu machen, bei welchen nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten gesucht werden soll.

„Keine der bisherigen Landeeinheiten früherer Marsmissionen hat jemals Ablagerungen untersucht, die als mögliche Schlammvulkane interpretiert wurden“, so Oehler. „Die Hügel in Acidalia stellen eine völlig neue und bislang unerforschte Form von Forschungsziel für zukünftige Marsmissionen dar.“

Allerdings verweisen die Forscher zugleich auf die Möglichkeit, dass die Hügel schon zwei bis drei Milliarden Jahre alt sein könnten und damit auch die Chance darauf, hier immer noch Hinweise auf einstiges Marsleben zu finden, schwindet. Mögliche Kleinstfossilien könnten bereits von unterschiedlichen Umwelteinflüssen, nicht zuletzt durch die starke UV-Strahlung an der Marsoberfläche, zerstört worden sein.

Tanaka schlägt aus diesem Grund vor, sich auf deutlich jüngere Strukturen zu konzentrieren. Das Marstal „Athabasca Valles“ gilt mit einem Alter von rund 30 Millionen Jahren derzeit als geologisch jüngster Kanal auf dem Mars und somit als idealer Kandidat für die Suche nach Spuren von Leben.

Quelle: grenzwissenschaften-aktuell

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