KRISENVORSORGE AUF AMERIKANISCH

In den USA sieht die Lage für weite Teile der Bevölkerung ziemlich dramatisch aus. Das Land ist nach dem Urteil namhafter Ökonomen  schon seit längerer Zeit bankrott, was sich immer mehr zeigt, vor allem in der Infrastruktur.

Schlechte Meldungen ist der US-Bürger mittlerweile gewohnt. Wirtschaftskrise, Wetterkatastrophen, Tornados, Ölkatastrophe, den rasanten Infrastruktur-Schwund, Massenentlassungen, Arbeitslosigkeit, flächendeckende Zwangsräumungen der Häuser, Essensmarken, schnell  verfallende Wohngegenden, Zeltstädte und vieles mehr.

Jetzt haben immer mehr Bürger ihre Nase gestrichen voll und blasen zum Angriff.  Die Teaparty-Bewegung des Präsidentschaftskandidaten Ron Paul gewinnt jeden Tag politisch an Bedeutung, und eine neue Lebenseinstellung breitet sich aus. Das neue Motto heisst handeln statt auf die Regierung warten: die sogenannen Preppers sind geboren.

Die Menschen haben es aufgegeben, den Medienverheißungen angeblicher green shots zu glauben. Die naive Zeit ist vorbei, man hofft nicht mehr auf Hilfe von der Regierung.

Ganz im Gegenteil: Prepper (Vorreiter) wie Joe Parish stecken ihr ganzes Geld in ein Wohnmobil, in welchem sie von Essensvorräten über Medikamente bis hin zum Stromerzeuger alles bunkern. Und dann fahren sie mit dem Wohnmobil dorthin, wo sie überleben können, wenn »es« losgeht.

»Wir müssen uns selbst helfen, bald gibt es auch keine staatliche Unterstützung mehr, und die Essensmarken sind auch nur aus Papier«, stellt der resolute Veteran David Strachan vor einer Fernsehkamera fest. »Wir werden kämpfen müssen, und verteidigen, was wir haben, vielleicht auch töten.« Und er zieht Bilanz: »Je mehr wir leisten, desto mehr nimmt uns die Regierung weg.«

Was sie verteidigen, führen die Preppers selbstbewusst vor: Nahrungsmittelvorräte für Monate, Notstromgeneratoren, Treibstoff, Kerzen, Batterien, Medikamente, Waffen und Munition. Sie bereiten sich bewusst auf das Überleben im und nach einem Zusammenbruch vor, informieren sich, entwerfen Strategien des Überlebens und bauen Netzwerke auf.

Das unterscheidet sie von den reinen »Survivalisten«. Diesen Prototypen des uramerikanischen Machos gab es schon immer, auch in Zeiten boomender Wirtschaft. Allein mit einem Gewehr in der Wildnis, maximal noch mit dem Luxus einer Blockhütte, führen diese ganz harten Burschen das Trapper- und Waldläuferleben der amerikanischen Westernlegenden. Meistens ganz auf sich allein gestellt. Der Rest der Gesellschaft interessiert diese einsamen Wölfe in der Regel nicht. Im Gegenteil: Ein großer Teil der Survivalisten kommt mit der Zivilisation und der Gesellschaft nicht gut zurecht.

Die Preppers dagegen sind höchst informiert und interessiert an den Gesamtzusammenhängen, Politik, Wirtschaft, ihrer Familie, ihrer »Community«. Sie sind sozial und bilden ausgedehnte Netzwerke, kümmern sich um »Neulinge« und bilden sich weiter. Kurz: Sie bereiten sich vor auf alles, was kommen könnte.

Es gibt Internetportale für Preppers, die nach Bundesstaaten und Regionen aufgeteilt sind. Jeder kann sich informieren, was in seiner Umgebung an Seminaren, Gemeinschaftsunternehmen und Schulungen läuft. In Tennessee gibt eine Intensivschulung am Wochenende, wie man mit seiner neu gekauften Waffe und der Munition auch wirklich umgeht.

Preppers Network Alaska berät jeden kostenlos, wie er aus seinen Hypothekenproblemen herauskommt, wie man günstig an eine Farm herankommt, auf der man weitgehend selbst

Schmieden, Nähen, Backen und Kochen, Schafe scheren, Wolle spinnen, Kerzen drehen, …

In West Virginia wird gerade ein Workshop angeboten, wie man die Möglichkeiten Trinkwasser zu lagern, lernen und optimieren kann.

Auch sehr beliebt ist in den Onlineforen der Preppers der Austausch von Informationen über Schädlingsbefall an den Gemüsepflanzen im Garten, oder Problemen, die Ungeübte bei der Haltung von Hühnern und Kaninchen bewältigen müssen, welche Kräuter gut wofür zu brauchen sind, und wie man selbst auf kleinstem Raum in selbst gebastelten Pflanztürmen ganz beachtlich heranziehen kann.

Am letzten Freitag stellte das Preppers-Netzwerk in Florida anhand von Satellitenkarten Informationen zur Gefahr von Zyklonenstürmen zusammen; man verabredet sich für Vorsichtsmaßnahmen und hilft sich im Zweifelsfall gegenseitig aus.

Die Preppers New Jersey bauen eine freiwillige Truppe namens »Citizen Corps« auf, um der Bevölkerung im Notfall mit eingeübten und organisierten Hilfsaktionen zur Seite zu stehen. Damit sollen die Gemeinden sicherer, stärker und besser vorbereitet auf alle Notsituationen werden.

Es gibt sogar eine spezielle Webseite für Vorstadt-Preppers. Gute Ratschläge zu den Themen Lebensmittelbevorratung, Stromversorgung und, in der Vorstadt besonders wichtig: Sicherheit und Selbstschutz.

Der Renner zur Wasserbevorratung in einer Mietwohnung ohne große Lagermöglichkeiten: der Water-Bob. Das ist eine große, robuste Plastiktüte, die für Badewannen maßgeschneidert ist. Ein Einfüllstutzen zur Befüllung, wo normalerweise der Wasserhahn an der Badewanne sitzt und ein Zapfhahn, der mit etwas Druck auf den riesigen Wassersack das kostbare Nass wieder ausspuckt. Im Notfall ist damit, solange das Wasser noch läuft, ein beachtlicher Vorrat von 100 Gallonen (ca. 380 Liter) schnell angelegt, sicher, platzsparend und keimfrei aufbewahrt. Und wenn er nicht gebraucht wird, kann der Wassersack zusammengerollt in einem Karton verstaut werden.

Auch in Europa gibt es schon die ersten Webseiten und Zusammenschlüsse von Preppers. Die deutsch-englische Seite »EU-Preppers« agiert unter dem Leitspruch »Failing to Plan = Planning to Fail« (wer versagt zu planen, plant zu versagen). Allerdings sind die europäischen Seiten nicht so emsig und prall gefüllt mit Leben und Aktivität wie die amerikanischen Seiten es sind. Die neuesten Einträge sind oft aus dem Frühjahr. Unter dem Suchwort »Krisenvorsorge« wird es im deutschsprachigen Raum aber schon sehr viel umtriebiger. Möglicherweise kennt der interessierte Bundesbürger das Modewort Prepper einfach nicht. Für die Vorbereitung auf eine handfeste Krise interessiert er sich offensichtlich aber schon.

Falls Sie jetzt ein bisschen amüsiert den Kopf schütteln über solche Leute, die daheim Vorräte, Batterien und Kaminholz hamstern, dann fragen  Sie sich: Haben Sie eine Unfallversicherung? Oder eine Brandschutzversicherung? Warum? Sie hoffen doch auch nicht, dass Ihnen das wirklich passiert.

FALLS es aber doch passiert, wollen Sie zumindest über Hilfsmittel verfügen, um mit der Katastrophe besser fertigwerden zu können.

Solche Versicherungen werden allgemein akzeptiert und respektiert, ohne dass man Sie für einen Spinner hält. Notvorräte sind auch eine Versicherung. Sie sind DIE Lebensversicherung. Es gibt sogar Broschüren der Bundesregierung dafür.

Quelle: Kopp-Verlag

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