ABIOTISCHES ERDÖL IN UNMENGEN VORHANDEN

Könnten Sie sich vorstellen, dass man uns einen riesigen Bären aufgebunden hat und dass der Stoff, aus dem die Träume aller kriegführenden Politiker sind, in Wirklichkeit alles andere als rar ist? Mit der Ölpest im Golf von Mexiko sprudeln auch die Theorien vom „abiotischen“ Erdöl erneut an die Oberfläche. Sollten Sie noch ein paar Argumente brauchen – hier sind sie. Sehen Sie milde auf etwaige Stilblüten – wir waren noch jung und mussten handeln.

Eins ist klar: Öl bestimmt die Weltpolitik. Ohne Öl läuft in unseren Gesellschaften nichts, aber auch gar nichts. Wir fahren unsere Autos damit, heizen unsere Häuser, machen Plastik daraus und eine Menge anderer nützlicher Dinge. Und es ist teuer – Tendenz steigend. Deshalb müssen wir sparsam damit umgehen, das weiß jedes Kind. Denn es geht rapide zur Neige, richtig?

Nun – nein, vielleicht auch nicht. Könnten Sie sich vorstellen, dass man uns einen riesigen Bären aufgebunden hat und dass der Stoff, aus dem die Träume aller kriegführenden Politiker sind, in Wirklichkeit alles andere als rar ist? Dass er nach wie vor in Unmengen vorhanden ist, sich möglicherweise in der gleichen Geschwindigkeit reproduziert, in der wir ihn verbrauchen, und dass alles, was man uns über seine Entstehung erzählt hat, nur eine weitere Lüge ist?

Im Jahre 1757 behauptete der russische Geowissenschaftler Mikhailo Lomonossov als Erster, dass Erdöl ein „fossiler Treibstoff“ sei. Seine Hypothese, basierend auf seinen eigenen Beobachtungen und den dürftigen wissenschaftlichen Kenntnissen seiner Zeit, lautete:

„Erdöl entsteht aus den winzigen Körpern von Tieren, die, in Sedimente eingeschlossen, unter enormem Druck und hohen Temperaturen über unvorstellbar lange Zeiträume hinweg zu Erdöl werden.“

Zweieinhalb Jahrhunderte später hat Lomonossovs Hypothese den Status einer Theorie – man ist fast versucht zu sagen: einer Religion. Doch ist sie mittlerweile durch Experimente bestätigt worden? Keineswegs. Im Wall Street Journal können wir lesen:

„Obwohl die Menschheit seit Generationen nach Öl bohrt, ist wenig über die Herkunft der Lagerstätten bekannt, genauso wie über deren Entstehungsprozesse im Erdinneren.“

Was wird hier also gespielt? Kann es sein, dass eine seit Jahrhunderten unbewiesene Theorie als Basis der grundlegendsten ökonomischen Entscheidungen auf der Welt herhält? Es geht hier letztlich um einen Rohstoff, ohne den unsere Zivilisation nicht auskommt. In den Einführungsvorlesungen des Studienfachs Erdöltechnologien wird den Studenten erzählt, dass Erdöl der Rohstoff für etwa 70.000 industrielle Produkte sei. Diese umfassen neben vielen Pharmazeutika auch synthetische Fasern, Düngemittel, Farben und Lacke, Acryl, Plastik und Kosmetika. All dies sind Tatsachen. Aber wenn die Studenten dann im Hörsaal nebenan in die geologischen Hintergründe des Erdöls eingeführt werden, dann erwartet sie ein phantastischer Erguss, der im Wesentlichen nichts anderes enthält als Lomonossovs aufgewärmte alte Hypothese, die besagt, dass Öl aus Fossilien entstehe. Seit meiner Studienzeit wundere ich mich schon darüber, dass sich in Erdöllagern keine Fossilien finden. Das gewichtigste Argument gegen Lomonossovs Hypothese ist sicherlich das Fehlen faktischer Beweise. Selbst vor 250 Jahren war diese Hypothese wenig mehr als ein sehr gewagter Exkurs in den Raum der Möglichkeiten.

Ist das nicht merkwürdig? Der Fortbestand unserer Zivilisation scheint aufs Engste mit der Verfügbarkeit von Erdöl verbunden zu sein, aber dennoch ist es alles andere als leicht, solide Fakten darüber zu erhalten. Zahllose Kassandra-Rufer verweisen darauf, dass Erdöl sehr bald nicht mehr in genügend großer Menge verfügbar sein werde. Aber stimmt das überhaupt? Weshalb wird das Mantra einer unbewiesenen Theorie aus dem 18. Jahrhundert endlos wiederholt, ohne dass neuzeitliche Argumente auf den Tisch gelegt werden, die einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten?

Wie erschafft man ein Märchen? Man nehme …

Viele Menschen werden von wissenschaftlicher Terminologie geblendet: Sobald die Fachbegriffe kompliziert genug sind, scheinen sie auch automatisch die Wahrheit zu verkünden. Doch vor einem solchen Trugschluss sollte man sich in Acht nehmen. Organische Chemie befasst sich mit Verbindungen aus Kohlenstoff und anderen Elementen. Alle uns bekannten Lebensformen setzen sich aus solchen Verbindungen zusammen.

Die wissenschaftliche Methode gibt vor, dass das Verständnis natürlicher Vorgänge mit der Beobachtung der Natur und der Erstellung einer Hypothese beginnt. Wenn akribisch durchgeführte Versuchsreihen den fraglichen Prozess im Laborversuch bestätigen, dann wird die Hypothese zur Theorie. Doch wo sind diese Versuche im Fall der TfT (Theorie fossiler Treibstoffe)? Nicht ein einziges Experiment kann ihre Annahmen stützen, ohne dabei noch mehr Fragen aufzuwerfen.

Dass die Geowissenschaften an dieser Theorie festhalten, obwohl ernst zu nehmende Beweise fehlen, stellt ihnen ein schlechtes Zeugnis aus und ist erkenntnistheoretisch unhaltbar. Bertrand Russell bezeichnete die Wissenschaftstheorie einst als ein Produkt des Zweifels. Doch hier scheinen die Zweifel längst einer unwissenschaftlichen Sicherheit gewichen zu sein, die faktisch nicht belegbar ist.

Die Kerogen-Debatte

Viele (Geo-)Chemiker bringen den Begriff „Kerogen“ in die Debatte ein, um die Entstehung von Erdöl zu erklären. Kerogene sind komplexe, kohlenstoffhaltige Makromoleküle, die in Rohöl zu finden sind. Man nimmt an, dass sie im Verlauf der natürlichen Fraktionierung aus Lipiden, einer Klasse von Fettsäuren, entstehen; sie sind nicht wasserlöslich und umfassen viele natürliche Öle, Wachse und Steroide. Diese Lipide sollen, so die Legende, beim Verwesungsprozess durch die Zersetzung organischer Materialien durch Mikroben entstehen. Das klingt einleuchtend, doch hat man es je bewiesen? Wo sind die fossilen Skelette? Die Theorie von den fossilen Treibstoffen kann keinerlei Beweise dafür vorlegen, dass die Lebewesen, aus denen das Öl entstanden sein soll, je existiert haben.

Die Debatte über die Kerogene in Erdöl wurde von Professor Thomas Gold mit dem Konzept der „Deep Hot Biosphere“ auf elegante Weise entschieden: es wird immer deutlicher, dass Leben überall dort zu finden ist, wo die dafür grundlegenden Voraussetzungen gegeben sind. Da Organismen sogar im Weltall, in siedenden Heißwasserquellen (Geysiren) sowie in Atomreaktoren und Bereichen auftreten, die nie mit der Welt der Lebenwesen, wie wir sie kennen, in Kontakt gekommen sind, verwundert es nicht, dass auch in Erdgas und Erdöl Leben vorkommt – und bei weitem nicht nur Bakterien. Somit haben diese Organismen Erdgas und -öl nicht geschaffen, sondern sie leben vielmehr auf der Grundlage dieser Stoffe. Die Kerogene beweisen also die organische Herkunft des Öls keineswegs!

Praktisch möglich: Die Entstehung von Ö̈l auf abiotischer Basis

Wenn wir die Theorie der fossilen Treibstoffe einer logischen Analyse unterziehen, dann wird daraus ein überaus fragwürdiges, wenn nicht gar phantastisches Gebilde: Obwohl es keinen Beweis für sie gibt, hat sich die biotische und nicht etwa die abiotische Entstehungstheorie im Bewusstsein der Allgemeinheit festgesetzt. Doch wie steht es um diese abiotischen Theorien über die Herkunft von Erdö̈l? Können sie bewiesen und im Laborversuch reproduziert werden, so wie es die wissenschaftliche Methode verlangt?

Zunächst lässt sich feststellen, dass abiotische Theorien merkwürdigerweise nicht „en vogue“ zu sein scheinen: Auf der wegweisenden „Hedberg-Konferenz“ mit dem Titel “Origins of Oil“ (in Calgary, Kanada, am 18. Juni 2005) wurden zwar sechs Vorträge über die abiotische Genese von Erdöl gehalten, doch befasste sich keiner dieser Vorträge mit wichtigen kosmologischen Aspekten. Die „Big-Bang“-Kosmologie, die kaum mehr ist als eine wissenschaftlich aufbereitete Fassung der biblischen Schöpfungsgeschichte, hat viele durch konkrete Erfahrung bestätigte Tatsachen und Messdaten einfach wegerklärt, und so wird schlicht negiert, dass planetare Massen eine wesentliche organische Komponente haben. Die Erde ist nicht der einzige bekannte Planet, für den dies zutrifft: von zumindest zehn planetaren Massen im Sonnensystem wissen wir, dass sie zumindest Spuren von Kohlenwasserstoffen enthalten.

Nach den Erkenntnissen dieser Forschungsarbeiten ist das, was wir allgemein als Erdöl bezeichnen, vermutlich vor allem das Ergebnis eines stofflichen Ausgleichs zwischen kosmischen (also auch planetaren) Massen, die sich nach einer Supernova und abhängig von ihren jeweiligen Materialeigenschaften in planetaren Himmelskörpern vereinten. Die äußerst dünne Kruste von erdähnlichen Planeten, bestehend aus „kontinentalem“ und „ozeanischem“ Krustenmaterial (sog. tektonischen „Platten“), schwimmt auf einem Mantel, in dem enorme Mengen an Kohlenwasserstoffen enthalten sind. Diese Kohlenwasserstoffe entstehen in der fortschreitenden stofflichen Vereinheitlichung der Mantelmaterialien. Wo diese Platten aus soliden Gesteinen aneinanderstoßen, wird der darunter liegende Erdmantel in diese Vorgänge miteinbezogen, und die freigesetzten Hydrokarbone können an die Erdoberfläche entweichen.
Hier seien ein paar der wichtigsten Argumente genannt, die für eine abiotische Entstehung von Erdöl sprechen und die von PhysicsWeb (14. September 2004) aufgeführt wurden:

  • Erdöl wird aus fast 10.000 Metern Tiefe gefördert. Die Druck- und Temperaturbedingungen unterhalb von 6.000 Metern Tiefe zerstören alle organischen Strukturen (die durch Lebewesen gebildet worden sind). Dies bedeutet, dass das „Herkunftsmaterial“ im Falle einer biogenen Entstehung gänzlich in Gesteinsschmelze oder Hochdruck-/Hochtemperatur-Metamorphose aufgegangen ist. Nur eine abiotische Entstehung kann Hydrokarbone aus diesen Tiefen (ungeachtet des Ausgangsmaterials) erklären.
  • Erschöpfte Ölquellen füllen sich – so scheint es – „von selbst“ wieder auf. Die TfT kann hier keine Erklärung liefern, die abiotische Theorie für die Bildung von Hydrokarbonen schafft dies hingegen souverän: es liegt in der Natur der Sache! Das Volumen, also die schiere Menge des bis dato geförderten Erdöls, übersteigt bei Weitem die Menge an Öl, die sich bislang aus verstorbenen Tieren gebildet haben könnte. Woher also stammt der Rest?

Im Labor kann man die Produktion von Methan unter genau denselben Bedingungen simulieren, wie sie im Erdinneren vorherrschen. Dies fügt sich neben all den anderen auf Erfahrungen beruhenden Tatsachen glatt in eine abiotische Theorie über die Bildung von Kohlenwasserstoffen ein.

Sehr aufschlussreich ist ein Blick auf die regionale Verbreitung von Erdöl, denn auch diese ist ein Steinchen im Mosaik der Beweise dafür, dass Öl aus dem Erdinnern stammt:

Wenn man die Verbreitung südostasiatischer Erdölvorkommen in Beziehung zu tektonischen Strukturen und Gesteinstypen setzt, sieht man, dass sich diese Ölvorkommen an Plattengrenzen liegen; anstatt der mächtigen Sedimentabfolgen des arabisch-persischen Raums finden wir aber in Südostasien neben einer ständigen Bewegung der Erdkruste auch eine der aktivsten vulkanischen Zonen der Erde. Die Erdölvorkommen des Nahen Ostens treten zusammen mit Gesteinen „kontinentaler Kruste“ auf, jene Südostasiens hingegen mit Gesteinen „ozeanischer Kruste“.

Zwei der wichtigsten Erdölfördergebiete überhaupt weisen einen starken Unterschied in der Beschaffenheit der Erdkruste auf (aus der Betrachtung aller anderen Erdöl liefernden Regionen ergeben sich weitere Widersprüche). Man sollte meinen, dass dies die Suche nach einer Entstehungstheorie anstößt, die den Gegebenheiten Rechnung trägt: Wie kann es sein, dass grundverschiedene Bodenqualitäten dasselbe Material – Erdöl – hervorbringen? Es gibt jedoch kein Lehrbuch, das diese Umstände näher erläutert.
Als ich mich an der Montan-Universität in Leoben mit der Erforschung von Platinerzen befasst habe, untersuchte ich Gesteine, die aus großer Tiefe im Erdinneren stammten. Es zeigte sich damals, dass diese Gesteine etwa zu vier Prozent aus freiem Kohlenstoff (in der Form von Graphit) bestanden. Für sich alleine genommen war dies wenig spektakulär. In dieser Forschungsperiode stieß ich jedoch auch auf folgende, nachdenklich stimmende Tatsachen, die mir schon damals – vor einem Vierteljahrhundert – hätten mitteilen sollen, dass Erdöl keineswegs organischen Ursprungs ist:

  • Ultrabasische Gesteine (also Kieselsäure oder Quarzfrei) treten auf der Erdoberfläche als sog. „Kimberlitpipes“ auf. Auch sie enthalten freien Kohlenstoff, in der Form von Diamant. Diamant wird von den explosiven Hochdruckereignissen gebildet, im Verlauf derer die Pipes an die Erdoberfläche gelangen.11
  • Dunit, ein noch primitiverer, ultrabasischer Gesteinstyp, tritt ebenfalls in Pipes auf und enthält Platinoide. Damals nahm ich an, dass der enthaltene freie Kohlenstoff für die Absonderung der Platinmetalle aus dem Magma und deren Konzentration in den Pipes verantwortlich sei.
  • An der Leobener Montan-Universität untersuchte ich auch sog. „ophiolitische“ Gesteine. Als Ophiolit werden Gesteine ozeanischer Krustenherkunft bezeichnet, die im Verlauf von Gebirgsbildungsprozessen von Gebirge assimiliert werden. Diese enthielten ebenfalls Graphit in hydrothermal umgewandelten Bereichen.

Falls Sie interessiert sind und weiterlesen möchten, besuchen Sie folgenden Link:

http://www.nexus-magazin.de/artikel/lesen/der-grosse-oelschwindel?context=blog

Quelle: Nexus, Dr. phil. Siegfried Emanuel Tischler


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Eine Antwort zu “ABIOTISCHES ERDÖL IN UNMENGEN VORHANDEN

  1. Angeblich sagte ja selbst ein CIA Agent,bei dem BP Unglück im Golf von Mexico,dass angeblich mehr Erdöl vorhanden sei,als wir Luft zu atmen hätten auf unserem Globus. Lüge oder Wahrheit?? Komischerweise gabs zu dieser Aussage,keinerlei Gegenstimmen. Warum wohl?? War es die Wahrheit?? Möglich wäre das.

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