DIE KRIEGE WERDEN ZUNEHMEND PRIVATISIERT

Eines der Wahlvesprechen der Demokratischen Partei der USA war gewesen, die von Präsident George Bush erzwungene Privatisierung des Krieges wieder rückgängig zu machen. Doch seitdem Barack Obama an der Macht ist geworden ist, setzt er die Söldner-Politik seines Vorgängers ungehemmt fort und hat sie sogar intensiviert.

Obwohl in der Zwischenzeit die letzte US-Kampfbrigade den Irak verlassen hat, ist das Ende dieses Krieges nicht abzusehen. Zum einen sollen 50.000 US-Soldaten noch bis Ende 2011 bleiben, um angeblich die irakischen Sicherheitskräfte in ihrem Kampf gegen Aufständische zu unterstützen.

Zum anderen will das US-Aussenministerium an mehrere private Söldnerfirmen Aufträge vergeben haben, um die Lücken zu füllen, die durch den stufenweisen Abzug der US-Truppen aus dem Irak entstehen. An die Stelle von staatlichen Militärtruppen tritt ein bunt zusammengewürfeltes Söldnerheer, das von keiner Regierung auf offiziellem Wege kontrolliert werden kann und wird, das keinen militärischen Befehlen oder einem Kodex gehorcht, aber sich gerade deswegen bestens für eine Zusammenarbeit mit Geheimdiensten eignet, da sie keine Hemmungen haben.

Wie der Ministeriumssprecher Philip Crowley behauptete, wird effektiv an die Verdopplung der bisherigen Anzahl von privaten Söldnern gedacht.  Wie die New York Times berichtete, könnte die Zahl auf bis zu 7000 aufgestockt werden.

Die Anwesenheit von privaten Söldnertrupps im Irak hat in der Vergangenheit schon wiederholt zu Kontroversen und Animositäten zwischen den USA und der irakischen Regierung geführt.

Die private US-Sicherheitsfirma, die unter dem Namen „Xe“ arbeitet, ist eine der größten ihrer Art in der Welt. Die 40.000 Mann starke Privatarmee soll über so viele Panzer, Flugzeuge und Munition verfügen, dass sie eigentlich auch ganz allein in einen Krieg ziehen könnte. Das Unternehmen hat enge Kontakte zu der US-Regierung und wurde mehrfach als Schattenarmee der USA bezeichnet.

Die Arbeit der Firma Blackwater sorgte immer wieder für Aufsehen und Kritik. Ihre Mitarbeiter sollen an Folter-Verhören in geheimen Gefängnissen der CIA beteiligt gewesen sein und auch Drohnen auf verborgenen Basen in Pakistan und Afghanistan mit Raketen ausgerüstet haben. Auch mit Kinderprostitution, Vergewaltigung und Waffenhandel im Irak wurden die Söldner in Verbindung gebracht.

Gründer von Blackwater Worldwide und ihrer Nachfolgefirma Xe Services ist der frühere Marinesoldat Erik Prince. Der Millionenerbe aus Michigan war in den 1990er Jahren in die florierende Branche der Sicherheitsfirmen aufgesprungen. Im Oktober 2009 schrieb das US-Magazin Vanity Fair über Prince, dass das CIA inzwischen auf ihn angewiesen, um ihre militärischen Operationen auszuführen.

Die afghanische Regierung hat die Auflösung der umstrittenen privaten Sicherheitsfirmen in seinem Land gefordert. Präsident Hamid Karsai erließ ein entsprechendes Dekret, in dem er die Sicherheitsfirmen für „herzzerreißende Vorfälle“ verantwortlich machte. Privaten Söldnern wurde immer wieder vorgeworfen, außerhalb des Gesetzes zu operieren und in kriminelle Machenschaften verwickelt zu sein.

Nach Angaben des afghanischen Innenministeriums operieren zur Zeit 52 private Sicherheitsfirmen in Afghanistan, die Hälfte davon sind ausländische Unternehmen.

Quelle: hintergrund.de

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