EUROKRISE – NÄCHSTER AKT

Die „EU-Junta“ hatte geglaubt, sie habe die Eurokrise „gelöst“, indem sie einfach bekanntgibt, sie sei vorüber. EZB und Finanzaufsichtsbehörden organisierten den Schwindel des „Bankenstreßtests“, um verkünden zu können: „Das europäische Bankensystem ist gesund, danke der Nachfrage.“ Am 10.8. jedoch ging es schon wieder los: Die EZB mußte der Anglo-Irish Bank mit 10 Mrd. Euro zur Hilfe eilen, womit die Gesamtkosten für die Rettung der Bank auf 24,5 Mrd. Euro anschwollen, was 10% des irischen BIP entspricht. Und als ob der Unsinn der Streßtests dokumentiert werden sollte, hatte die AIB nicht zu den „getesteten“ Banken gehört!

Ein nach wie vor toter Interbankmarkt, neue Spannungen auf dem Markt für Staatsanleihen und schlechtere realwirtschaftliche Daten – außer der irreführenden deutschen „Erholung“ – zeigen, daß die Eurokrise nie aufgehört hat. Im Gegenteil, die Politik der EU-Junta hat sie noch verschlimmert. Die Kreditkosten für Griechenland sind weiter auf einem Rekordhoch. Die Produktion des Landes sank im 2. Quartal um 3,5%, und es zahlt gleichhohe Zinsen auf Zehnjahresanleihen wie im April, während des Höhepunktes der Schuldenkrise: 10,7%. Griechische Banken sind weiter vom internationalen Kreditmarkt abgeschnitten, und die Athener Handelskammer ließ verlauten, daß Unternehmen von den Banken keine Kredite bekommen.

EU-Finanzkommissar Olli(garch) Rehn ließ am 19.8. die Katze aus dem Sack, als er in Verbindung mit der Freigabe der nächsten griechischen Kredittranche sagte, daß es eigentlich nur um die Banken gehe. Die Regierung habe gute Arbeit geleistet, doch jetzt sei „die wesentliche Herausforderung die Sicherstellung angemessener Liquidität und finanzieller Stabilität des Bankensektors“.

Einem Bericht der Bank HSBC zufolge verloren die griechischen Banken in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 8% ihrer Einlagen. Im Juli erreichten Kredite der EZB an diese Banken die Rekordhöhe von 96 Mrd. Euro und Marktteilnehmer wundern sich, woher alle die diskontierbaren Sicherheiten kommen, die die Banken bei der EZB hinterlegen konnten. Zusätzlich borgten Banken aus Portugal, nach 41,5 Mrd. im Juni, im Juli 50 Mrd. Euro bei der EZB. Zusammen mit Irland und Spanien gingen damit bereits 387 Mrd. Euro von der EZB an diese vier Länder.

Dunkle Wolken ziehen sich auch am Horizont in Italien zusammen: Am 8.9. beginnt der Countdown einer Regierungskrise, und es ist eine offene Frage, ob es zu vorgezogenen Neuwahlen kommt oder zu einem technokratischen Putsch, der mit einer brutalen deflationären Politik im Stile von Brüning endet. Für beide Fälle halten die Finanzmärkte sich bereit, einen Schlag gegen die italienischen Staatschulden auszuführen, die mit 1,8 Billionen Euro die dritthöchsten der Welt sind. Eine italienische Schuldenkrise wäre der letzte Sargnagel für das Eurosystem.

Quelle: bueso.de

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