DER UNMUT GEGEN GENMODIFZIERTE PFLANZEN NIMMT ZU

Die Wut auf genmodifzierte Pflanzen, angepflanzt von grossen multinationalen Konzernen, nimmt stetig zu.

Die französische Polizei musste hilflos dabei zusehen, wie 60 Menschen ein eingegrenztes Feld mit genetisch modifizierten Weinreben vernichteten. Auch in Spanien zerstörten vergangenen Monat dutzende Bürger Felder mit genetisch modifizierten Pflanzen.  Die Bürger sahen sich gezwungen zu handeln, nachdem sie von den multinationalen Konzernen und korrupten politischen Entscheidungsträgern völlig ignoriert worden waren, um die Nahrungsmittelversorgung zu schützen.

Der französische Weinberg war schon letztes Jahr angegriffen worden, wobei damals die Pflanzen nur abgeschnitten wurden. Olivier Florent, der im Namen der Gruppe sprach, erklärte gegenüber der französischen Zeitung „Le Figaro“, dass sie die Verwendung öffentlicher Gelder für Testversuche von „OGM’s, „die wir nicht wollen“, auf dem freien Feld verurteilen.

Die Nacht zuvor schlugen sie im Regen ihre Zelte nahe des französischen Staatsinstituts für Agrarforschung (INRA) bei Colmar auf und warteten bis 05:00 Uhr in der Frühe, um sich der Anlage zu nähern und die Tore hinter sich zu verschließen. Sie entwurzelten alle 70 Pflanzen und stellten sich dann der Verhaftung.

Das ist der zweite Angriff auf genmodifzierte Felder dieses Jahr, der ein internationales Medienecho fand. Im Juli zerstörten dutzende Menschen zwei experimentelle Maissorten in Spanien.

In den späten 90er Jahren verbrannten indische Farmer Bt-Bauwollfelder im Rahmen ihrer „Beerdigt Monsanto“ -Kampagne. Monsanto hatte den Farmern verheimlicht, dass es sich bei den GM-Samen um einen experimentellen Versuch handelte.

„Trotz der massiven Verwendung von chemischen Düngemitteln, Spuren davon können immer noch im Feld nachgewiesen werden, wuchsen die Bt-Pflanzen miserabel und erreichten noch nicht einmal die Hälfte der Größe der traditionellen Pflanzen auf den benachbarten Feldern.“

Nach dem diesjährigen Erdbeben in Haiti bot Monsanto gemeinsam mit der US-Entwicklungshilfebehörde, USAID, den haitianischen Farmern 475 Tonnen Hybrid-Weizen und Terminator-Pflanzensamen an. Daraufhin demonstrierten im Juni 10’000 haitianische Bauern gegen das „giftige Geschenk“, das keine brauchbaren Samen für künftige Anpflanzungen produziert und eines massiven Zusatzes chemischer Düngemittel bedarf. Der Anführer der Bauern, Chavannes Jean-Baptiste, beobachtete, dass die Pläne der Biotechfirmen die Farmer von den multinationalen Konzernen abhängig machen.

In den USA wurden der Öffentlichkeit die genmodifizierten Pflanzen im Geheimen aufgezwungen. Der oberste Gerichtshof der USA ist nun die einzige Organisation, die sich dieser Landplage annimmt. Im Juni bekräftigte das Gericht die Entscheidung über die teilweise Regulierung einer genetisch modifizierten Luzerne. Dadurch wird der weitere Anbau der genetisch veränderten Variante dieser bedeutenden Tierfutterpflanze einschränkt, während das US-Landwirtschaftsministerium gleichzeitig eine Studie zur den Auswirkungen auf die Umwelt erarbeitet. Das natürliche und biologische Vorkommen der Luzerne ist durch die sehr reale Möglichkeit der Verseuchung durch die GM-Variante bedroht. Dies würde die biologische Fleisch- und Milchproduktion vernichten.

Der Widerstand gegenüber genmodifizierten Anpflanzungen ist in den letzten Jahren immer weiter angewachsen, da immer mehr Negativpunkte bezüglich dieser Pflanzen ans Tageslicht gekommen sind:

  • Genetisch modifizierte Organismen benötigen den Einsatz massiver chemischer Düngemittel, was die biologische Artenvielfalt zerstört und das Grundwasser verseucht.
  • Sie vermehren sich, indem sie sich mit natürlichen und wilden Arten kreuzen.
  • Durch die notwendigen extrem starken Unkrautbekämpfungsmittel entsteht ein multiresistentes Unkraut, das fast nicht mehr ausrottbar ist.
  • Es wurde nachgewiesen, dass GMOs Organschäden, Unfruchtbarkeit, Diabetes und Fettleibigkeit verursachen können – der Konsum ist also bei weitem nicht risikolos.

In der Zwischenzeit hat Präsident Obama seine Regierung mit Biotech-Spezialisten aufgestockt. Islam Siddiqui wurde zum leitenden Verhandlungsführer im Landwirtschaftsbereich des US-Handelsbüros (USTR) ernannt. Siddiqui ist ein früherer Lobbyist der Pestizidindustrie und war Präsident von CropLife America, einer Handelsgruppe im Biotech- und Pestizidbereich, die sehr aktiv Lobbyarbeit betreibt, um die herrschenden Umweltschutzbestimmungen abzuschwächen.

Die USA setzen alles daran, dass die Welt genmodifzierte Nahrungsmittel akzeptiert. Jüngst forderte die Lobbygruppe „American Farm Bureau Federation“ strengere Massnahmen gegen die EU, um das Teil-Verbot auf genmodifzierte Pflanzen zu heben.

Da jedoch durch direkte Regierungs- und Handelsvereinbarungen das Volk umgangen wird, nehmen einige das Thema nun selbst in die Hand. Die offensichtliche Zunahme von Zerstörung von Feldern, die mit genmodifizierten Pflanzen bepflanzt sind, ist ein deutliches Zeichen, dass die Menschen auf der ganzen Welt die chemische und genetische Verschmutzung ihrer Nahrungsmittelversorgung und der Umwelt ablehnen.

Quelle: foodfreedom.wordpress.com

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