MILCH VON GEKLONTEN KÜHEN – SCHON AKTUELL?

Ein britischer Bauer behauptet, Milch einer geklonten Kuh zu verkaufen. Ist es möglich, dass dies schon anderswo auch der Fall ist?

Die New York Times vermutet, dass unter Umgehung der erforderlichen Sicherheitsprüfung und Genehmigung in Europa schon Milch oder Fleisch von geklonten Tieren als Lebensmittel auf den Markt gekommen sein dürften. Züchter aus der Schweiz, wo es einige hundert Nachkommen von geklonten Kühen geben soll, oder aus Großbritannien, vielleicht auch aus anderen Ländern, hätten Samen und Embryonen von geklonten Tieren oder deren Nachkommen aus den USA importiert.

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit gab schon 2008 zu, dass „Milch- und Fleischprodukte dieser Nachkommen von geklonten Tieren … auch schon in der Schweiz als Lebensmittel auf dem Markt“ gekommen seien. Ein britischer Bauer, der anonym bleiben will, erklärte, er habe bereits Milch von einer geklonten Kuh verkauft, dies aber heimlich gemacht, weil er sonst seine Milch nicht mehr loswerden könne. Die britische Food Standards Agency hat, dass sie diesem Bericht nachgehen wird, um sicherzustellen, dass die Gesetze eingehalten werden. Aber sie versichert, dass es keine gesundheitlichen Bedenken gegen Lebensmittelprodukte von geklonten Tieren oder ihren Nachkommen gebe.

In der EU sind bislang Fleisch und andere Produkte wie Milch sowie Milchprodukte von geklonten Tieren zwar weder grundsätzlich verboten noch zugelassen, aber sie gelten nach einer Verordnung, die seit 1997 in Kraft ist, als Novel Food und dürfen nur nach einer Sicherheitsüberprüfung in Verkehr gebracht werden. Das Europäische Parlament hat vor der Sommerpause noch dafür gestimmt, Lebensmittel von geklonten Tieren grundsätzlich zu verbieten und solange über den Verkauf ein Moratorium zu verhängen, bis eine gesetzliche Regelung wirksam ist. Nach einer Umfrage aus dem Jahr 2008 lehnt die Mehrheit der Europäer Lebensmittelprodukte von geklonten Tieren ab.

In den USA hat die FDA 2008 den Verzehr von Lebensmitteln von geklonten Tieren für unbedenklich erklärt. Fleisch oder Milch müsste auch nicht gekennzeichnet werden. Bislang hat das Landwirtschaftsministerium die Bauern gebeten, freiwillig Produkte von geklonten Tieren nicht auf den Markt zu bringen. Die Empfehlung erstreckte sich aber nicht auf Nachkommen, und da dies freiwillig geschehen sollte, ist auch keineswegs klar, ob nicht hier doch schon unbemerkt Produkte von geklonten Tieren verkauft wurden. Noch entschieden werden muss von der FDA, unter welchen Bedingungen auch Produkte von genveränderten Tieren auf dem Markt als Lebensmittel oder Medikamente angeboten werden dürfen.

Auch die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hat Milch und Fleisch von geklonten Rindern und Schweinen Unbedenklichkeit bescheinigt, bei den anderen Tieren aber von mangelnden Daten und weist aber darauf hin, dass es bei geklonten Tieren häufiger zu Missbildungen und Erkrankungen kommt.

Quelle: heise.de


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